Könnte #Sarrazin recht haben?
Gestern hatte ich eine interessante Diskussion mit ein paar Freunden über Sarrazin und seine Thesen. Wir waren uns ziemlich schnell einig über ein paar Grundsätze:
- Sarrazin ist ein Polemiker
- Er verallgemeinert viel zu häufig
- Das Buch ist nicht wissenschaftlich
Aber dann fragte Einer: “Warum darf man in Deutschland denn anscheinend immer noch nicht sagen das wie ein Integrationsproblem haben?” Ich war mir sehr sicher diese Aussage auch schon vor Sarrazin gehört zu haben und auch da mit den fast selben Begründungen: Muslimische Einwanderer der 3. Generation haben ein Integrationsproblem weil sie in Deutschland keine Zukunft sähen. 
Ziemlich schnell zog sich ein Graben durch den Tisch: 2 waren “pro-Sarrazin” ich und ein anderer waren stark gegen ihn und hielten ihn für einen Rechtspopulisten ohne Sachverstand. Es kam wiederum die Frage von der anderen Seite: “Was ist ein Rechtspopulist, ist das nicht nur ein Wort der Medien um eine solche Diskussion zu unterdrücken?” Ich entgegnete das ein Rechtspopulist jemand sei der komplexe Verhältnisse und Zusammenhänge mit einfachen Lösungsformeln wie dem Schrei nach der Ausweisung der “Islamisten” zu lösen versuche. Ob das eine richtige Definition ist weiß ich nicht, aber ich denke es passt einigermaßen. Kurz darauf fragte ich mal bohrend nach wie sie das Problem, falls es eins gibt, denn wirklich belastbare Zahlen oder Studien gibt es ja wohl kaum, lösen wollen. Wir waren uns schnell einig dass das Bildungssystem hier wohl geändert werden muss, aber ob das klappt merkt man wohl erst wirklich nach Jahrzehnten. Eine andere Lösung sehe ich aber nicht.
Also könnte Sarrazin recht haben? Für mich immer noch: Kein Stück! Der Mann ist für mich immer noch ein Populist und ein mediengeiler Typ der einfach nur gerne provozieren will. Hat das was mit Meinungsfreiheit zu tun? Ja hat es. Klar die Meinung ist nicht meine und sie ist auch sicher nicht konsensfähig, aber darf man ihm deswegen dein Mund verbieten? Eine schwere Frage und wirklich nicht leicht zu beantworten. Ich denke das er seinen geistigen Dünnpfiff ruhig sagen und denken darf, was ich sehr kritisch sehe ist die Rolle der Medien, grade die unreflektierte Wiedergabe durch die BILD, die ja leider immer noch viel zu viel gelesen wird, sehe ich als sehr gefährlich an und vom SPIEGEL hätte ich mehr Mut erwartet.
Aber am wichtigsten: Brauchen wir eine Diskussion über Integrationsprobleme? Ja von mir aus gerne, aber dann bitte mit belastbaren Studien und einigermaßen brauchbaren Statistiken. Das der Volksmund glaubt das alle Hartz IV Empfänger dumm und alle Türken kleine Osama bin Ladens sind mag zwar bei manchen so sein, auch wenn das sehr traurig ist, aber das darf nicht die Grundlage einer Diskussion sein!






